Drei Fragen an...Martin Schulte | DuMont Rheinland

DREI FRAGEN AN MARTIN SCHULTE

 

Martin Schulte, Leitung Personal Köln

Herr Schulte, „Work-Life-Balance“ – ein Buzzword, das seit einigen Jahren durch die Medien geistert: Wie funktioniert diese Vereinbarkeit in der heutigen Zeit ständiger Erreichbarkeit und immer schnellerem Wandel?

Work-Life-Balance wird weitreichend übersetzt mit dem Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben. Hier gilt es aber, zunächst diese Differenzierung aufzuheben: denn auch ‘Work‘, also Arbeit, ist ‘Life‘, also Lebenszeit.

Vielmehr sollte das Ziel daher sein, dass Mitarbeiter die Zeit im Job sinnvoll für sich nutzen, also den Wert der beruflichen Tätigkeit für sich erkennen. Dies kann durchaus eine Herausforderung sein bei heutzutage ständig steigenden Anforderungen und dynamischen Rahmenbedingungen wie wachsender Digitalisierung sowie sich immerzu wandelnden Arbeitswelten.

Damit der Job Spaß macht und Erfüllung bietet, mögliche Belastungen aber reduziert werden, ist es wichtig, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Gefühl haben, mit ihrer Tätigkeit einen wertvollen Beitrag für das Unternehmen zu leisten. Daneben sollten sie Gestaltungsfreiräume für ihre Tätigkeit haben und diese eigenverantwortlich (mit-)steuern können. Die Aufgaben selbst sollten herausfordernd sein und Gelegenheit zur beruflichen wie persönlichen Weiterentwicklung bieten.

Positiver Nebeneffekt: Veränderungen werden nicht mehr als so gravierend bzw. negativ wahrgenommen und die Beschäftigten können Hilfsmittel wie Handys oder Laptops eigenverantwortlich entweder für sich nutzen oder entscheiden, diese auch mal auszuschalten.

 

Welchen Beitrag können die Arbeitgeber hierzu leisten? Und was macht DuMont?

Hier gilt es, vor allem auch die Führungskräfte darin auszubilden und zu bestärken, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu vertrauen sowie Verantwortung an sie abzugeben und zugleich wertschätzend mit ihnen und ihren Leistungen umzugehen. Darüber hinaus kann man die Arbeitsbedingungen so gestalten, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin Freiraum erhalten und diesen entsprechend nutzen können.

Wir bei DuMont versuchen diese Grundlagen auf vielerlei Wegen zu gewährleisten. Unter anderem legen wir viel Wert auf eine fundierte Ausbildung der Führungskräfte und bieten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diverse Möglichkeiten der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Daneben haben wir in vielen Bereichen flexible Arbeitszeitmodelle sowie die Option im Homeoffice zu arbeiten. Darüber hinaus stehen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neben einem Sportangebot mit Fitnessraum und Personalcoach auch eine sehr gute Kantine inklusive Barista-Café-Bar zur Verfügung.

 

Wie kann das in der Praxis aussehen? Haben Sie ein konkretes Beispiel für uns?

Ein tolles Beispiel ist unsere Abteilung Direktmarketing im Vertrieb. Hier sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv geworden und mit dem Wunsch an die Abteilungsleitung herangetreten, ihre Tätigkeiten teilweise im Homeoffice zu verrichten. Wir haben dann ein halbes Jahr eine Testphase und anschließend eine anonyme Umfrage durchgeführt. Die Ergebnisse waren klasse. Sowohl in der Wahrnehmung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch der Führungskraft haben sich die Arbeitszeitflexibilität sowie auch die Produktivität gesteigert – und das unter Einhaltung der normalen Arbeitszeiten.

Diese Flexibilisierung hat deshalb so gut funktioniert, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich zum Beispiel konzeptionelle Arbeiten bewusst auf den Homeoffice-Tag legen. Dort haben Sie dann etwas mehr Ruhe, solche Aufgaben zu bearbeiten. Hieraus resultiert dann eine gesteigerte Effizienz. Die entfallende Fahrtzeit kommt wiederum dem Privatleben zugute.

Mittlerweile arbeitet diese Abteilung seit 1,5 Jahren mit einer sehr hohen Zufriedenheit in einem Modell mit einem Tag Homeoffice pro Woche und Mitarbeiter. Wir bei DuMont versuchen immer, solche tollen Ideen im Sinne der Mitarbeiter pragmatisch umzusetzen.