Drei Fragen an... Hendrik Geisler | DuMont Rheinland

DREI FRAGEN AN HENDRIK GEISLER

 

In unserer Gesprächsreihe „Drei Fragen an …“ interviewen wir dieses Mal Hendrik Geisler – Wirtschaftsredakteur beim "Kölner Stadt-Anzeiger" – der einen Einblick in seine Arbeit gibt und zudem beleuchtet, wie Unternehmen es in den Wirtschaftsteil  der Tageszeitung schaffen.

 

Hendrick Geisler, Redakteur beim KSTA, als Gesprächspartnerin in unserer Serie „Drei Fragen an ...“

Sie sind im vergangenen Jahr nach Ihrem Volontariat beim „Kölner Stadt-Anzeiger“ Redakteur in der Wirtschaftsredaktion geworden. Über welche Themen berichten Sie?

Wir haben uns in der vierköpfigen Wirtschaftsredaktion vollkommen neu aufgestellt – ich bin seit August 2018 dabei und bereits der Zweitdienstälteste in der Runde. Meine Kollegin Corinna Schulz ist schon länger Wirtschaftsredakteurin; unser neuer Ressortleiter Thorsten Breitkopf kam im Januar 2019 von der „Rheinischen Post“ zum „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Kurz danach ist auch Eliana Berger eingestiegen, die wie ich direkt aus dem Volontariat ihre Stelle als Redakteurin angetreten hat.
Jeder von uns kümmert sich um eine Reihe von Themen und Unternehmen. Ich bin verantwortlich für die Berichterstattung über die Leverkusener Bayer AG, den Kölner Motorenbauer Deutz, schreibe aber auch über die Telekommunikationsbranche, die Digitalwirtschaft und Start-ups.

 

Wie schaffen es Unternehmen in den Wirtschaftsteil des „Kölner Stadt-Anzeiger“?

Das geschieht auf ganz unterschiedlichen Wegen. Es gibt zahlreiche Unternehmen, die in unserem Verbreitungsgebiet viele Mitarbeiter beschäftigen und für die gesamte Region wirtschaftlich sehr bedeutend sind. Als Wirtschaftsredaktion mit regionalem Fokus auf Köln, das Rheinland und NRW haben wir stets an uns selbst den Anspruch, an diesen Unternehmen so nah dran zu sein, wie keine andere Zeitung – und berichten daher regelmäßig und häufig in Form von Exklusivmeldungen über sie.

Für unsere Bereiche sind wir sowieso immer bestrebt, spannende Themen zu finden, die unsere Leser umtreiben. Wir lesen viel, denken immer wieder darüber nach, mit welchen Formaten wir Themenideen umsetzt, und wollen Debatten nicht hinterherlaufen, sondern eigene Akzente setzen. Daher suchen wir natürlich immer nach Unternehmen, anhand deren Beispiel wir Geschichten ideal erzählen und Probleme ausbreiten können.

Darüber hinaus sind wir gut vernetzt und kriegen über unsere Kontakte immer wieder Informationen mit Nachrichtenwert und steigen dann in die Recherche über Unternehmen ein. Aber natürlich kann man auch mit Pressemitteilungen oder Veranstaltungen den Weg in den „Kölner Stadt-Anzeiger“ finden. Wichtig ist, dass sich jedes Unternehmen fragt, warum es für den Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ interessant sein sollte und welchen Bezug es zum Rheinland hat.

 

Was sind die häufigsten Fehler, die Unternehmen machen, wenn sie Ihnen eine Pressemitteilung senden?

Da gibt es jede Menge, die sowohl kleinen Start-ups aber auch etablierten Konzernen immer wieder unterlaufen: Manchmal fehlt eine Rückrufnummer, ein andermal gibt es kein passendes Bildmaterial. Oder die Pressemitteilung ist viel zu kompliziert verfasst. Auch wenn Informationen komplex sind, ist es wichtig, sie mit einfachen Worten zu beschreiben.

Worauf ich persönlich allergisch reagiere, sind überschwängliche Lobhuldigungen in eigener Sache, wie beispielsweise: „Wir haben das nächste große Ding entwickelt, das die Welt verändern wird.“ Wer das schon an den Anfang einer Pressemitteilung setzt, versucht mit Worten statt mit einem wirklich tollen Produkt oder einer guten Geschichte zu überzeugen