Drei Fragen an... Claudia Schall | DuMont Rheinland

DREI FRAGEN AN CLAUDIA SCHALL

 

In unserer Gesprächsreihe "Drei Fragen an ..." skizziert Claudia Schall - Chefredakteurin von Radio Köln - die Herausforderungen, aber auch Möglichkeiten der crossmedialen Kommunikation im Redaktionsalltag von Radio Köln.

 

Claudia Schall, Chefredakteurin von Radio Köln, als Gesprächspartnerin in unserer Serie „Drei Fragen an ...“

Crossmediale Kommunikation gehört mittlerweile zum Redaktionsalltag. Themen werden längst nicht mehr nur verlängert, sondern die diversen Kanäle vielfach mit unterschiedlichen Inhalten bestückt.  Wie werden die Entscheidungen getroffen, welche Inhalte on air, welche auf der Homepage und im Social Media-Bereich platziert werden?

Sowohl die Themenfindung als auch die Frage, auf welchen Kanälen wir welche Themen ausspielen, ist ein fester Bestandteil unserer morgendlichen Redaktionskonferenz und auch unserer Langfristplanung. Genauso wie unser Programm werden also auch alle weiteren Aktivitäten wie z.B. auf der Homepage und im Social Media-Bereich geplant, inklusive der unterschiedlichen Kommunikationsformen.

Um hier die richtigen Entscheidungen zu treffen, welches Thema auf welcher Plattform bei unseren Hörern bzw. Usern funktioniert, greifen wir vor allem auf Erfahrungswerte und die zur Verfügung stehenden Echtzeitdaten zurück. Nicht zu unterschätzen ist hier die Relevanz der Abstimmungsprozesse zwischen Programmplanern und den Social Media-Redakteuren, u.a. um die Optionen von inhaltlichen Synergien crossmedial nutzen zu können.

 

Inwieweit hat sich aufgrund der neuen Anforderungsprofile die Arbeitsweise der Redaktion verändert?

Die neuen Herausforderungen haben sukzessive dazu geführt, dass sich sowohl unsere Arbeitsabläufe verändert, als auch unsere Tätigkeitsfelder erheblich erweitert haben. Jeder Redakteur, jede Redakteurin ist zwar nach wie vor unserem Kerngeschäft Radio/Audio verpflichtet, muss aber gleichzeitig als Allrounder sämtliche digitalen Prozesse beherrschen und umsetzen können. Das heißt, wir stemmen mit unserem Team in Schichtdiensten unser Primär-Medium und bespielen parallel sämtliche digitalen Kanäle.

Da wir uns zukunftsweisend aufstellen müssen, ist das multimediale Agieren zwingend erforderlich. Wir werden damit einer spannenden Entwicklung gerecht, die aber gleichzeitig immer auch eine große Herausforderung bedeutet.

Radio, Podcast, Homepage, Social Media, Smart Speaker – die Kompetenzfelder müssen bespielt werden, um nicht ins Abseits zu geraten. Und das setzt voraus, dass wir nicht nur unsere Volontäre multimedial ausbilden, sondern vor allem auch das bestehende Team immer inhaltlich updaten. Zurücklehnen ist also nicht, umso wichtiger ist es, Potenziale auszuschöpfen und jeden Kollegen, jede Kollegin über interne und externe Fortbildungsmaßnahmen zu unterstützen.

 

Welche Chancen sehen Sie in der Kommunikation über die unterschiedlichen Kanäle?

Mal abgesehen davon, dass wir einer Erwartungshaltung gerecht werden, sind die damit einhergehenden Chancen vielfältig. Zum einen können wir mit unseren Hörern schneller und direkter kommunizieren. Zum anderen kontakten wir über unsere Hörerschaft hinaus auch Menschen, die wir im Radio gar nicht mehr erreichen. Wir generieren also zusätzliche Rezipienten und können uns so viel breiter aufstellen. Im Optimalfall gelingt es auf diese Weise, die gemeinsame Schnittmenge aller Kontakte zu erhöhen.

Hinsichtlich unserer strategischen Entscheidungen ist es äußerst hilfreich, dass wir auf Echtzeitdaten zurückgreifen können, die uns Reaktions- und Handlungsmöglichkeiten ohne Verzögerung ermöglichen. Das wiederum befähigt uns, jegliche Kommunikation zielgerichteter umzusetzen.

Und last but not least bietet die crossmediale Kommunikation dem Vertrieb die Möglichkeit, unseren Werbekunden ganzheitliche Kampagnen anzubieten und neue Konzepte zu entwickeln.