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DREI FRAGEN AN SARAH BRASACK

Frau Brasack, wieso haben Sie sich für einen Werdegang als Journalistin entschieden?

In keinem anderen Beruf lernt man so viele und interessante Menschen kennen. Als Journalist/in deckt man Missstände auf und informiert Menschen fundiert und seriös – gerade in der Corona-Krise, in der Fake News kursieren, ist das besonders wichtig. Man kann Dinge im Großen zum Guten verändern, Klüngel öffentlich machen, aber auch im Kleinen dafür sorgen, dass jeder und jede weiß, was im eigenen Veedel los ist und welche neue Baustelle es am besten zu umfahren gilt.

Wie haben Sie die Digitalisierung in Bezug auf Ihre Branche wahrgenommen? Und wie hat sich Ihre Arbeit dadurch verändert?

Grundsätzlich positiv. Wir hatten noch nie so viele Leserinnen und Leser wie heute. Wir erreichen über die sozialen Medien, unsere unterschiedlichen Newsletter für verschiedene Zielgruppen von FC bis Freizeit, unser E-Paper, unsere Homepage und natürlich immer noch die gedruckte Zeitung mehr Menschen als jemals zuvor. Auch die Möglichkeiten, mit den Leserinnen und Lesern zu interagieren, sind deutlich gestiegen. Wir sind auf vielen unterschiedlichen Kanälen erreichbar, bekommen heute Hinweise auf Geschichten und Feedback über Whatsapp, Facebook, per E-Mail oder Telefon. Bestimmte früher die Andruckzeit am Abend maßgeblich den Arbeitsrhythmus in der Redaktion, gestalten wir heute einen Nachrichtenfluss rund um die Uhr in wechselnden Schichten – und das ist deutlich komplexer. Eine kurze Eilmeldung am frühen Morgen auf www.ksta.de kann sich im Laufe des Tages zu einer umfassenden Geschichte entwickeln, die wir online immer weiter ausbauen, erzählen, kommentieren und analysieren. Für die Zeitung am nächsten Tag beziehungsweise das E-Paper schon am Abend müssen wir das alles dann zusammenführen. 

Was halten Sie von den Premium-Angeboten?

Ich war mit verantwortlich für die Entwicklung unserer digitalen Abo-Modells KStA PLUS. Da der „Kölner Stadt-Anzeiger“ immer mehr digital gelesen wird und die Zahl der Print-Auflage sowie die Werbe-Erlöse rückläufig sind (ein weltweiter Trend), ist es für das Aufrechterhalten einer journalistischen Qualität unabdingbar, nicht nur von unseren Print-Abonnenten, sondern von allen unseren Leserinnen und Lesern einen Beitrag zu verlangen. Für viele Geschichten recherchieren Journalisten mindestens einen Tag, nicht selten deutlich länger. Als wir „KStA PLUS“ eingeführt haben, haben sich einige darüber aufgeregt, dass sie jetzt für exklusiven Beiträge auf www.ksta.de zahlen  müssen. Ihre Brötchen beim Bäcker verlangen sie morgens allerdings auch nicht umsonst. Die überwältigende Mehrheit versteht aber, warum wir den Schritt gegangen sind. Journalismus ist schließlich auch nicht irgendein Produkt, auf das wir als Gesellschaft gut verzichten könnten, sondern wichtig für die Demokratie. Wohin es führt, wenn immer größere Teile eines Landes ohne Tageszeitung auskommen müssen, kann man in Amerika gut beobachten.

Neugierig geworden?

Dann schauen Sie bei unseren Erfolgsstories vorbei, um einen Einblick in unsere crossmedialen Kampangen zu bekommen!

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