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DREI FRAGEN AN DANIEL HAMBÜCHEN

Wie entwickelt sich das Radio in Zeiten der Digitalisierung? Was hat sich bereits verändert? Welche Herausforderungen und Chancen entstehen durch Streamingdienste wie Spotify & Co? Kann das Radio seine hohen Beliebtheitswerte halten? Diese Fragen beantwortet Daniel Hambüchen, Chefredakteur von Radio Leverkusen.

Herr Hambüchen, welche wesentlichen Änderungen konnten Sie in den letzten Jahren in Ihrer Branche wahrnehmen und was könnten die Gründe dafür sein?

Das Schöne ist: Radio war schon immer im stetigen Wandel und ist es noch. Wir erfinden uns fast täglich neu, um unseren Hörern ein zeitgemäßes, spannendes und unterhaltsames Programm zu bieten. Die Ansprüche unseres Publikums verändern sich und wir verändern uns mit, um weiterhin nah dran zu sein. Neu ist, dass wir dafür mittlerweile viel mehr Kanäle nutzen können als früher. Wir sind nicht nur per UKW oder Kabel zu hören, sondern auch über Apps und Smart-Speaker. Außerdem können wir unsere Hörer viel näher an uns heranlassen. Über unsere Social-Media-Kanäle oder die Apps können sie unsere Moderatoren besser kennenlernen und sich aktiv ins Programm einklinken und mit uns ins Gespräch kommen. Das stärkt unsere Moderationspersönlichkeiten und sorgt dafür, dass wir großes Vertrauen genießen. Die Hörer wissen, dass sie es mit Menschen zu tun haben, die sie kennen und schätzen. Das ist derzeit wichtiger denn je.

Ist Radio heute noch so beliebt wie damals oder stellen Spotify und Co ein Risiko für das Radio dar?

Oh ja. Das hat mehrere Gründe: Radionutzung ist einfach. Ein Knopfdruck oder ein Klick und ich habe einen perfekten Mix aus Musik, Information und Unterhaltung - und werde von Menschen begleitet, die ich mag. Radio ist flexibel. Ich kann zu Hause beim Frühstück, unterwegs im Auto und beim Arbeiten im Büro oder der Werkstatt Radio hören. Und Radio ist nah dran. Wir sprechen die Sprache der Menschen und sind auf Augenhöhe. All das macht das Medium besonders - und nach wie vor besonders beliebt. Natürlich kommen mit Streamingdiensten neue Mitbewerber in den Markt. Das bietet für uns aber auch die Chance, unsere Kernkompetenzen auszubauchen und nach vorne zu stellen. Wir können nicht nur Musik. Wir können auch Content. Eine bekannte Radioweisheit ist: "It's between the records that matters most." Also das Wichtigste passiert zwischen der Musik. Und genau das ist unsere Stärke: gut gemachter Inhalt, emotionale Berichte, schnelle Informationen und unterhaltsame Moderatoren, zu denen ich eine persönliche Bindung aufbauen kann. Das unterscheidet uns deutlich von Streaming-Portalen.

Was war Ihr eindrucksvollstes Ereignis in den Jahren als Chefredakteur beim Radio?

Da weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll... Es gibt so viele wunderbare große und kleine Momente, die mich in den Jahren sehr bewegt haben. Ob es unsere Heimat-Hymne ist, die wir zu unserem 25. Geburtstag für die Stadt geschrieben und mit Hörern und Prominenten aufgenommen haben und die heute fest zu Leverkusen gehört. Oder die vielen Begegnungen mit Hörern, für die wir täglicher Begleiter und ein wichtiger Teil ihres Lebens sind. Besonders eindrucksvoll war natürlich auch der Gewinn des Deutschen Radiopreises 2019, als unsere Morgen-Moderatorin Carmen Schmalfeldt in der Hamburger Elbphilharmonie als beste Moderatorin Deutschlands geehrte wurde und sie darüber hinaus noch mit Kollege Sebastian Poullie für die beste Morgensendung nominiert war. Als einer der kleinsten Sender der Republik zwischen den großen landesweiten öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern ausgezeichnet zu werden, hat mich unglaublich stolz auf unser großartiges Team gemacht.

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