DuMont Journalistenpreis 2017

Dominik Hennes, freier Mitarbeiter von Radio Euskirchen, und Uli Kreikebaum, Reporter des Kölner Stadt-Anzeiger, freuen sich über Auszeichnungen.

Im restaurierten Stadtbad Oderberger Straße im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wurde am Dienstagabend im feierlichen Rahmen der DuMont Journalistenpreis verliehen. Rund 150 Gäste aus Politik und Wirtschaft sowie der DuMont Mediengruppe kamen ¬– darunter der DuMont-Vorstandschef Christoph Bauer, die Herausgeber Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte, die Chefredakteure der Tageszeitungen sowie der Vorstandsvorsitzende von Gegenbauer, Christian Lewandowski und der Medienexperte Jo Groebel.

Hier können Sie sich eine dreiminütige Videozusammenfassung von der Preisverleihung anschauen.

Die preiswürdigen Arbeiten, die in diesem Jahr von der Jury ausgesucht wurden, zeichnen sich dadurch aus, dass sie die kleinen und großen Fragen des Lebens ansprechen, Sterben und Tod, Angst, die dunklen Seiten des Internets. Das klingt jetzt ein bisschen düster, reflektiert aber vielleicht die Zeit, die stark von Zukunftsangst und Skepsis geprägt ist. Es sei wichtig, in diesen Zeiten Orientierung zu bieten, eine Heimat, sagte Christian DuMont Schütte, Herausgeber und Aufsichtsratsvorsitzender der DuMont Mediengruppe, in seiner Begrüßungsrede. Er lobte die hohe journalistische Qualität der eingereichten Beiträge. „Unsere Stärke ist das Regionale“,  sagte DuMont Schütte. Er würdigte die Arbeit der Kollegen vor Ort, in Köln, in Halle, in Hamburg und in Berlin, die gründlich, hartnäckig recherchieren und kompetent informieren. „Bitte machen Sie weiter so“, appellierte er an die Redakteure.

Gleich der erste Text gab den Ton an, das Thema tonnenschwer, federleicht umgesetzt. Die Rede ist von „Ali nimmt Abschied“, erschienen im Kölner Stadt-Anzeiger. Darin begleitet der Autor Uli Kreikebaum die todkranke Runa-Maria Struve, genannt Ali, auf ihrer letzten Reise nach Köln. „Ali ist eine Dame ohne Gnade, hart und weich, mutig und angsterfüllt, rebellisch und pflichtbewusst. Wie die meisten, aber von allem ein bisschen mehr“, heißt es in dem Text. „Uli Kreikebaum buhlt nicht um Mitleid, macht seine Protagonistin nicht größer als sie ist, das liest sich zutiefst liebevoll und berührend“, lobte Jury-Mitglied Tanja Brandes. Im November vergangenen Jahres starb die Protagonisten.

Auch Dominik Hennes von Radio Euskirchen freute sich über einen ersten Platz. Er gewann mit seinem Werk „Reise in das Darknet“ in der Kategorie „Bestes Hörstück“. Die Begründung der Jury: Dominik Hennes kennt das Rezept für ein preiswürdiges Hörstück – ein spannendes Thema, umrankt von Mythen, Phantasien und Geheimnissen, entzaubert durch eine saubere Recherche, beschrieben und erklärt mit der gebotenen Distanz, umgesetzt in Gesprächsform. Dies sorgt für die dramaturgische Dynamik und eine spielerische Note. Heraus kommt ein organisches Ganzes, dem die ungeteilte Aufmerksamkeit des Hörers gewiss ist.

Alle Preisträger des DuMont Journalistenpreises 2017.

  • Fotos: Paulus Ponizak